WEGHAFTES. ARCHITEKTUR UND LITERATUR




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4.1. /
/ Markus Jaroschka: Die Reihe "Werkgruppe Lyrik"
- Zelte der Sprache /


/ Flaschenpost /

An dieser Stelle daher erneut die Frage: Hat die Poesie noch Zukunft? Die Antwort ist ein klares Ja! Solange die Dichter unterwegs sind, auf oft so verschiedenen 'Wegen', im "sagenden Schreiben" oder "schreibenden Sagen", solange sie weiter, unermüdlich ihre Flaschenpost aufgeben, wie u.a. Paul Celan: "in dem - gewiss nicht immer hoffnungsstarken - Glauben, sie könnte irgendwo und irgendwann an Land gespült werden, an Herzland vielleicht", werden diese Botschaften irgendwo und irgendwann 'ankommen'. Die Poesie als Sprachform findet andere Wege zu den Menschen, tief, in teils unbewußte Bezirke, die keine andere Sprache erreichen kann. Die Metapher "Flaschenpost" ist schlechthin die Metapher für "das Weghafte der Poesie". Dieser 'Weg' führt an die existentielle Grenze des Menschen, in den Bezirk des Un-Sagbaren, von dem Ludwig Wittgenstein spricht. Es ist ein Ankommen im Bezirk des Schweigens als Vorbedingung für Poesie und Musik. Im sagenden Schweigen liegt vielleicht das Geheimnis der 'Dialektik der Poesie'.




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